Emma Kunz Pfad


Emma Kunz (1892 bis 1963),
Forscherin, Heilerin, Künstlerin

Zum Andenken an diese aussergewöhnliche Frau wurde im Jahre 2008 mit namhafter finanzieller Unterstützung der Gemeinde Waldstatt und diverser Stiftungen der EMMA KUNZ PFAD erstellt. Entlang des Wanderweges vom Dorfbrunnen Waldstatt bis zum idyllisch gelegenen Weiher beim Bad Säntisblick wird ihr Wirken an vier Plätzen mittels Schautafeln dargestellt. Ein Platz befindet sich auch vor ihrem ehemaligen Wohnhaus in der Schäfliwiese, welches heute im Privatbesitz ist. Zwischen den einzelnen Orten weisen speziell gestaltete Schilder den Weg zum nächsten Platz.
Der EMMA KUNZ PFAD soll den interessierten Personen aus nah und fern das Leben und Wirken dieser einzigartigen Person näher bringen und die Besucher anregen, sich in das hinterlassene einmalige Werk zu vertiefen, zu interpretieren und dadurch lebendig zu halten.

Flyer Emma Kunz-Pfad, Waldstatt [715 KB]

1. Leben und Wirken von EMMA KUNZ
EMMA KUNZ kam 1892 in Brittnau AG zur Welt. Als Kind einer Handweberfamilie besuchte sie dort die Volksschule. Bereits mit 18 Jahren nutzte sie ihre Begabungen in Telepathie, Prophetie und als Heilpraktikerin und beginnt zu pendeln. Mit 19 Jahren reiste sie nach Amerika um einer Jugendliebe zu folgen. Dieser kühne Schritt hinaus aus der provinziellen Enge, über den Atlantik in ein fernes fremdes Land weist auf einen ungewöhnlichen eigenständigen Charakter hin. Angeblich traf sie diesen jungen Mann nie und kehrte enttäuscht wieder in ihr Dorf zurück. 1922 nahm sie ihre Heiltätigkeit wieder auf. Um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, arbeitete sie in einer Stickerei bis sie 1923 eine Stelle als Haushälterin bei der Familie des Kunstmalers und Kunstkritikers Jakob Friedrich Welti annimmt. Ihrer inneren Stimme folgend gibt sie schliesslich 1933 alle sonstigen Arbeiten auf und widmet sich nur noch der Heilung von Menschen und der Erforschung der Fragen, die sie als wichtig erkennt. 1938 begann sie zu zeichnen und zog zu ihren beiden Schwestern nach Brittnau. 1941 gelangen ihr Versuche der Direktmagnetisierung von Krebszellen. 1942 entdeckte sie das Heilgestein AION A im Römersteinbruch von Würenlos. Von 1948 – 1951 wohnte sie in Lungern.
Im Jahre 1951 zügelte sie nach Waldstatt, wo sie vorher in der Schäfliwies ein Haus erstellen liess. Sie fühlte sich in Obwalden in der freien Ausübung ihrer Forschungstätigkeit und in der Anwendung ihrer Naturheilmethoden behindert. In Waldstatt konnte sie sich zurückgezogen und konzentriert ihren Forschungen widmen. Hier war sie als Heilpraktikerin und Forscherin tätig und es gelang ihr die Polarisation von Ringelblumen, d.h. mittels Pendeln entwickelten sich aus einer Blüte anschliessend gleich mehrere Blütenstände. Die Erforschung und Anwendung energetischer und geistiger Kräfte erreichte in den Waldstätter Jahren ihren Höhepunkt. Sichtbares Zeugnis dieser Suche nach Gesetzmässigkeiten und Kräfteverläufen sind die mit Farbstift und Oelkreide angefertigten grossformatigen Pendelbilder auf Millimeterpapier. Sie wohnte in ihrem Haus bis zu ihrem Tod am 16. Januar 1963.

EMMA KUNZ verband mit dem Heilen und Forschen keine materielle Absicht. Sie kam mit wenig Geld aus. Ihre Kräfte will sie nicht vollständig mit Heilen verbrauchen. Viel mehr sah sie sich als Forscherin, unermüdlich auf der Suche nach Antworten auf die Fragen des Lebens und deren geistige Zusammenhänge. Denn erst das erworbene Wissen um die Nutzung magnetischer und geistiger Kräfte in der Natur, macht es ihr wiederum möglich, Menschen zu heilen.
Ihre Bilder waren für EMMA KUNZ nicht Kunst oder Selbstzweck, sondern untrennbar mit ihrer Tätigkeit als Naturheilpraktikerin und Forscherin verbunden. Sie entstanden unter dem Zeichen der Erkenntnissuche. Die Bildinhalte sind Wegeweiser auf der Suche nach Antworten. Konzentriert auf eine Frage lotete sie mit dem Pendel die Fläche des Millimeterpapiers aus, setzte Punkte und Schwerlinien. Und oft vergingen mehr als ein Tag und eine Nacht bis sie, ohne Unterbrechung, ohne Essen, bis zur völligen Erschöpfung ein Werk vollendete. Nach der Auswertung der Inhalte hängte sie die Bilder an die Wand. Oft zehn bis zwanzig Blätter übereinander. Immer wieder holte sie eines davon hervor, als Meditationsvorlage oder wenn sie Rat und Hilfe für einen Patienten suchte.
Der bekannte französische Philosoph, Prof. H. Larcher, stellte anlässlich der Retrospektive Emma Kunz im Musée d’Art Moderne von Paris fest:
„Menschen wie EMMA KUNZ gibt es bestenfalls alle 500 Jahre,
und dann haben wir nicht das Glück, ein Zeugnis,
wie das von ihr hinterlassene Werk überliefert erhalten“
1953 liess sie in der Druckerei von Hermann Schläpfer, Waldstatt, zwei Büchlein über ihre Zeichenmethoden drucken.

2. Emma Kunz Zentrum in Würenlos
Dank ihrer vielfach bestätigten Begabung als Heilpraktikerin gelang es unter anderem auch den 6-jährigen Jungen, Anton C. Meier, der an Kinderlähmung litt, vollends von der Krankheit zu heilen. Sie benutzte dazu einen zu Pulver gemahlenen Kalkstein aus dem Steinbruch in Würenlos, das sie dem Patienten in Form von Umschlägen auflegte. Dieses Heilgesteinspulver wird heute noch unter dem gleichen Namen AION A hergestellt und vertrieben.
Aus Dankbarkeit für seine Heilung übernahm Anton C. Meier nach ihrem Tod im Jahre 1963 den grössten Teil der Zeichnungen von Emma Kunz und errichtete damit sukzessive das Emma Kunz Museum in Würenlos (www.emma-kunz-zentrum.ch), das heute frei besichtigt werden kann.
Zahlreiche Originalbilder von Emma Kunz sind an über 40 Ausstellungen in Europa und USA der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt worden. Auch an der Expo 02 war im Pavillon der Nationalbank ein Ausstellungsteil ihren Pendelbildern gewidmet. Kürzlich fand in Paris wiederum eine Ausstellung über EMMA Kunz statt.
3. Waldstatt errichtet den EMMA KUNZ PFAD
Zum Andenken an diese einzigartige Frau realisierte eine kleine Gruppe von Waldstätter/Innen mit namhafter finanzieller Unterstützung der Gemeinde Waldstatt und diverser Stiftungen einen EMMA KUNZ PFAD. Entlang des Wanderweges vom Dorfbrunnen Waldstatt bis zum idyllisch gelegenen Weiher beim Bad Säntisblick wird ihr Wirken an vier Plätzen mittels diversen Schautafeln dargestellt. Ein Platz befindet sich auch vor ihrem ehemaligen Wohnhaus in der Schäfliwiese, welches heute im Privatbesitz ist. Zwischen den einzelnen Orten weisen speziell gestaltete Schilder den Weg zum nächsten Platz.
Der EMMA KUNZ PFAD soll den interessierten Personen aus nah und fern das Leben und Wirken dieser einzigartigen Person näher bringen und die Besucher anregen, sich mit dem hinterlassene einmaligen Werk zu befassen. Wer sich anschliessend vertiefter mit ihrem Schaffen befassen möchte, kann dies im EMMA KUNZ Zentrum in Würenlos, Kanton Aargau tun. Dort ist nebst der eigentlichen Ausstellung zahlreichen Original-Pendelbilder umfangreiche weiterführende Literatur vorhanden. Auch der Steinbruch, von dem das AION A Pulver stammt, kann besichtigt werden. Weitere Informationen sind unter www.emma-kunz-zentrum.ch auffindbar.

Folgende Institutionen haben zur Realisierung des Projektes beigetragen:

  • Gemeinde Waldstatt
  • Staatsarchiv Appenzell A.Rh.
  • Kulturförderung Appenzell A.Rh.
  • Berthold Suhner Stiftung
  • Steinegg Stiftung
  • Migros Kulturprozent
  • Frauenverein Waldstatt
  • Anton C. Meier, Emma Kunz Museum


Waldstatt, 2. August 2008/Bi