Viehschau


Es gehört zu gut ausserrhodischer Gepflogenheit, dass die Schaustellung der Rindviehhaben im Herbst im Rahmen eines würdigen Festchens durchgeführt wird. De Bauernfamilien geben sich viel Mühe, diesen Anlass würdig und festlich zu gestalten. So beginnt die Viehschau mit dem sauber geordneten Auffahren der zur Schau gestellten Tiere auf dem festlich hergerichteten Platz beim «Scheibenböhl».
Sind dann die Tiere gegen den frühen Nachmittag durch die anwesenden Preisrichter in Rang und Ordnung gestellt, kommt aus der näheren Umgebung allerlei Volk, um die Qualität des Waldstätter Viehs zu begutachten. Seit einigen Jahre betreiben die Landfrauen auf dem Schauplatz eine einfache Wirtschaft, was allseits geschätzt wird.

So gegen vier Uhr werden die Tiere unruhig, sie merken, dass es bald wieder «häzue got». Grüppchenweise verlassen die Bauern mit ihren Tieren den Platz, und die mit Sennten auffahrenden Bauern binden indessen ihre Tiere an einzelnen Latten zusammen. Als Höhepunkt darf sich der Zuschauer am Vorbeiziehen der stolzen Sennten erfreuen. Und noch lange hört man den Klang der Senntumschellen, wenn die einzelnen Bauern mit ihren Tieren gegen Oberwaldstatt, auf die Geisshalde, zur Rüti oder gegen die Steblen ziehen.

Gegenwärtig sind es in der Gemeinde Waldstatt noch drei Bauern, die eine Alp bestossen. Alle drei verstehen es, im Frühsommer festlich zur Alp zu fahren und im Herbst ebenso festlich wieder heimzukommen. Während «s’Andergge im Tätsch» mit ihrem Vieh zur «Langtüere» fahren, verbringt «de Wettmers Hans i de Steble» den Alpsommer auf dem «Suböhl». «De Mocke Hans i de Onderwaldstatt» hingegen zieht es Richtung Hochalp. Andereggs, Mocks und Widmers bestossen diese Alpen schon über Generationen. Wir freuen uns darüber, dass unsere auf eine Alp fahrenden Sennen die Mühe nicht scheuen, diese Alpfahrt nach allen Regeln der Überlieferung durchzuführen.

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